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Nachruf für Dr. Bernd Jötten

Am 10.11.2012 verstarb Dr. Bernd Jötten. Er hat die Sektion Schulpsychologie von 2000 bis 2006 als Vorsitzender geleitet. 2006 wurde Bernd Jötten pensioniert.

Bernd Jötten – das waren intensive Arbeitssitzungen im Vorstand wie bei den Konferenzen der Landesbeauftragten. Seinen Koffer voll wohlgeordneter Akten werde ich nie vergessen – und sie wurden während der Sitzungen systematisch durchgearbeitet. Systematisches, zielorientiertes Arbeiten war seine große Stärke gepaart mit großer Beharrlichkeit im Verfolgen bestimmter Themen. Er konnte vorausdenken. Als Mitherausgeber des „Handbuches Schulpsychologie“ und in anderen Veröffentlichungen hat Bernd Jötten auch fachliche Standards der Schulpsychologie definiert. und wichtige Entwürfe zur Weiterentwicklung der Schulpsychologie entstanden während  seiner Zeit als Vorsitzender der Sektion.
Er suchte den Kontakt zu den schulpsychologischen Landesverbänden und vertiefte die Kooperation und gegenseitige Akzeptanz. „Nur vereint können wir etwas für die Schulpsychologie in Deutschland erreichen“ – diesen Grundsatz lebte er aus tiefer Überzeugung und Leidenschaft.
Mit der gleichen Intensität widmete sich Bernd Jötten während der Zeit der Umstruk-turierung des Gesamtverbandes  der Arbeit in den Präsidiumssitzungen. Er begleitete die Umstrukturierung loyal, aber durchaus kritisch.

Sein Engagement im Berufsverband war immer auch ein Engagement unter dem Blickwinkel Schulpsychologie. Er hat mit aller Energie  für die Schulpsychologie in Deutschland gekämpft.
Nach seiner  Pensionierung suchte er sich ein Betätigungsfeld, in das er seine Beratungskompetenz einbringen konnte: ehrenamtliche Mitarbeit im Kinderschutzbund. Er machte ein niederschwelliges Angebot für Eltern und Kinder, die in der Schule Leistungs- und/oder Verhaltenprobleme hatten. Er hielt es für richtig, hier ehrenamtlich und helfend mit seiner ganzen Kompetenz einzugreifen. So führte er seine berufliche Arbeit in kleinem Umfang weiter.

Diese Beharrlichkeit, gepaart mit großer emotionaler Beteiligung war charakteristisch für Bernd Jötten. Er konnte sich aufregen über den Mangel an Schulpsychologen, vor allem in seinem Bundesland Niedersachsen, das mit einem Schulpsychologen für 28.000 Schülerinnen und Schüler bundesweit die schlechteste schulpsychologische Versorgung hat.

Bernd Jötten im Ruhestand – das war auch der Maler und Zeichner. Dieses künstlerische Schaffen verfolgte er mit der gleichen Leidenschaft wie vorher seine schulpsychologische Tätigkeit. Immer wieder setzte er sich mit den Bildmotiven auseinander. Er rang um den richtigen Ausdruck, die Komposition eines Bildes – so wie er zuvor um die Lösungsideen in schulpsychologischen Kontexten gerungen hatte.

Sein Tod kam viel zu früh, im Alter von 68 Jahren. Er hatte noch viele Ideen und Pläne. Wir werden ihn vermissen.

Christine Enders